Der zweimotorige Düsenjäger Me-262 Schwalbe wird nach Cheb von Manching (Bayern) aus fliegen, wo die Messerschmitt-Stiftung und das Museum, die diese Maschine betreiben, ihren Sitz haben.

Es handelt sich um eine seltene und einzige Flugmaschine in Europa, um deren Teilnahme sich die Organisatoren seit mehreren Jahren bemühen. Das liegt daran, dass sie jedes Jahr nur an einigen wenigen, sorgfältig ausgewählten Luftfahrttagen teilnimmt. Daher können alle Besucher in Cheb die diesjährige Präsentation als eine gewisse Anerkennung der Qualität der lokalen Luftfahrttage betrachten.

Zu ihrer Zeit - ab Mitte 1944 - war die Schwalbe historisch gesehen die erste in Serie gefertigte und im Kampfeinsatz befindliche Maschine, deren Leistung alles übertraf, was die Alliierten gegen sie einsetzen konnten. Sie verfügte über eine sehr starke Bewaffnung, ausreichende Manövrierfähigkeit und Geschwindigkeiten, die die alliierten Jäger um 100 oder mehr Meilen pro Stunde übertrafen. Die Me-262 wurde in mehreren Versionen produziert, neben dem Jagdflugzeug auch als Kampf- und Aufklärungsflugzeug. Neben den Einsitzern gab es auch Doppelsitzer für die Ausbildung, die mit Radar für den Nachtflug ausgestattet waren.

Von großem Interesse ist die Tatsache, dass die Produktion dieser Maschinen während des Krieges auch nach Cheb verlegt wurde. Im Egerer Flugzeugwerk FlugzeugWerk Eger (FWE) wurde ab Mitte 1944 die Jagdversion Me-262A-1a produziert und Umrüstungen auf die Version Me-262A-1a/U3, die eine Fotoaufklärungsversion war, durchgeführt. Der Umbau bestand darin, die Waffen aus der Nase zu entfernen und sie durch zwei Kameras zu ersetzen. Diese Kameras ragten jedoch über die Rumpfkontur hinaus und wurden daher von zwei "Wülsten" verdeckt, die das Hauptunterscheidungsmerkmal zwischen der Jagd- und der Aufklärungsversion darstellen. Die Version A-1a/U3 wurde nur in Cheb hergestellt.

Nach unvollständigen Unterlagen wurden in Cheb 53 Maschinen beider Versionen hergestellt, sehr wahrscheinlich aber mehr. Wie die erhaltenen Dokumente zeigen, wurden im FWE-Werk neben der Produktion auch beschädigte Maschinen beider Versionen repariert. Die Zahl der reparierten Maschinen wird auf die gleiche Zahl wie die der Produktion geschätzt.

Der Einsatz der Maschine Me-262 im Kampfeinsatz brachte den Alliierten schwere Verluste, vor allem bei den Bomberverbänden, die auch von den Jagdgeschwadern nicht geschützt werden konnten. Die "Schwalbina" konnte nur nach dem Start oder bei der Landung abgeschossen werden, wenn sie ihre Vorteile, vor allem die Geschwindigkeit, verlor.

Dies veranlasste die Alliierten dazu, bevorzugt die Fabriken zu bombardieren, in denen diese Maschinen hergestellt wurden.

Das FWE-Werk in Cheb wurde von insgesamt zwei Luftangriffen getroffen. Bei dem ersten im Februar 1945 wurden das Werk und der Flugplatz schwer beschädigt, aber im März konnte die Produktion wieder aufgenommen werden. Ein weiterer Luftangriff am 25. März 1945 zerstörte das Werk vollständig und beendete die Geschichte der Me-262 in Cheb.

Die Messerschmitt Me-262 mag auf der falschen Seite gekämpft haben, aber sie bleibt eine Maschine, die die Luftfahrtgeschichte verändert hat. Kommen Sie nach Cheb und sehen Sie es sich an!