Wer sich für historische Luftfahrt begeistert, sollte sich dieses Highlight nicht entgehen lassen. Beim diesjährigen Flugtag Eger (29. – 30. August 2026) wird ein echtes Juwel des europäischen Himmels zu sehen sein – ein Flugzeug der britischen Marke Auster. Kommen Sie, um die Atmosphäre der 1940er Jahre zu erleben und ein Flugzeug zu entdecken, das Geschichte geschrieben hat.
Der Flugtag Eger steht nicht nur für moderne Überschalljets und spektakuläre Kunstflugvorführungen. Es handelt sich auch um eine Würdigung der Geschichte der Luftfahrt und der Ingenieurskunst. In diesem Jahr wird die Veranstaltung von der Auster Mk.V bereichert – einem Flugzeug, das britische Eleganz und Zuverlässigkeit verkörpert.
Die Auster Mk.V ist vor allem für ihre außergewöhnlichen Kurzstart- und Kurzlandeeigenschaften bekannt. „Während meiner Vorführung werde ich sämtliche Flugeigenschaften dieses besonderen Flugzeugs präsentieren. Es zeichnet sich durch seine extrem kurzen Start- und Landestrecken aus. Zudem verfügt es über einen beeindruckenden Geschwindigkeitsbereich – von weniger als 50 km/h bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h“, erklärt Pilot Jiří Hruška.
Im tschechischen Luftfahrzeugregister finden sich zahlreiche interessante Flugzeuge, aber nur wenige können auf eine derart faszinierende Geschichte und einen so authentischen Erhaltungszustand verweisen wie die Taylorcraft Auster Mk.V mit dem Kennzeichen OK-BTA. Dieses Flugzeug wurde im August 1945 als eines der letzten Exemplare dieser Version für die Royal Air Force (RAF) gebaut und ist heute am tschechischen Himmel unterwegs.
Mit mehr als 780 für die RAF gefertigten Maschinen war die Auster Mk.V das Rückgrat der britischen militärischen Beobachtungsfliegerei. Nach dem Krieg kaufte die Firma Auster diese Flugzeuge zurück, überholte sie und verkaufte sie an zivile Betreiber weiter. Damit wurden sie zu einem wichtigen Motor für den Wiederaufbau der zivilen Luftfahrt in den Ländern des Commonwealth. Die OK-BTA ist unter diesen Flugzeugen jedoch ein echtes Juwel.
Wer im Cockpit der OK-BTA Platz nimmt, fühlt sich um rund 80 Jahre zurückversetzt. Die Ausstattung ist erstaunlich original erhalten – von den Instrumenten, deren Gestaltung an die legendären Jagdflugzeuge Spitfire und Hurricane erinnert, bis hin zu Details wie der originale Feuerlöschpistole oder dem seltenen dritten Rundsitz. Bei den meisten zivilen Versionen wurde dieser später durch eine bequemere Sitzbank ersetzt.
Die größte Besonderheit ist jedoch das Herzstück des Flugzeugs: der militärische Motor Lycoming O-290-3, in der zivilen Version als 290-C bezeichnet. In den 1950er Jahren wurden die meisten dieser Triebwerke gegen die modernere Ausführung O-290-D ausgetauscht. Ein noch flugfähiger Motor der Version -3 gilt deshalb heute weltweit als eine echte Rarität.
Auch die Geschichte dieses Flugzeugs liest sich wie ein Abenteuerroman. Seine Laufbahn begann auf dem britischen Stützpunkt Boscombe Down – einer streng geheimen Testeinrichtung, auf der alliierte und erbeutete Flugzeuge sowie später die ersten Strahlflugzeuge erprobt wurden. Anschließend stand die Maschine bei der 663. Squadron der Royal Auxiliary Air Force (RAuxAF) im Dienst.
1954 wechselte sie in den zivilen Einsatz bei der bekannten britischen Fluggesellschaft Channel Airways, wo sie bis 1972 als zuverlässiges Lufttaxi bei nahezu jedem Wetter flog.
Zwischen 1995 und 2008 wurde das Flugzeug in der Schweiz einer nahezu musealen Restaurierung unterzogen. Ziel war die möglichst originalgetreue Rückführung in den militärischen Zustand. „Die einzige Abweichung vom Zustand des Jahres 1945 besteht in einer etwas hochwertigeren Polsterung der Kabine sowie in der silbernen Lackierung anstelle des ursprünglich hellgrauen Anstrichs“, ergänzt Hruška.
Seit 2023 ist die Maschine in der Tschechischen Republik beheimatet und steht keineswegs nur im Hangar. Sie wird regelmäßig geflogen und bereitet ihrem Besitzer sowie dessen Sohn große Freude. Dieser schrieb 2024 selbst ein Stück ihrer Geschichte: Mit nur 17 Jahren absolvierte er seine ersten Alleinflüge auf diesem anspruchsvollen Spornradflugzeug und hat inzwischen bereits mehr als 60 Flugstunden mit ihm gesammelt.