Die Besucher des Flugtages in Eger dürfen sich auf ein ganz besonderes Highlight freuen. Zum ersten Mal in der Geschichte präsentiert sich dort die legendäre amerikanische Jagdmaschine Chance-Vought F4U-5NL Corsair mit der Bezeichnung „Devotion“. Es handelt sich um eine große Premiere, die nach Westböhmen eines der ikonischsten und technisch interessantesten Flugzeuge der Luftfahrtgeschichte bringt.
Diese spezielle Corsair (Seriennummer #124541, zivile Registrierung D-FCOR) zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Besonderheit aus: Ihre Geschichte ist vollständig dokumentiert und lückenlos nachvollziehbar. Im Gegensatz zu vielen anderen historischen Flugzeugen blieb die originale militärische History Card erhalten, die den gesamten Lebenslauf der Maschine seit ihrer Auslieferung aus dem Werk detailliert dokumentiert. Dieses Dokument wurde den heutigen Betreibern vom Sohn des damaligen Einsatzpiloten Al Sadeski zur Verfügung gestellt.
Den Aufzeichnungen zufolge wurde das Flugzeug am 31. Dezember 1950 an die U.S. Navy ausgeliefert. Anschließend kam es unmittelbar im Koreakrieg zum Einsatz, wo es bei der berühmten Nachtjagdstaffel VMF-513 des United States Marine Corps diente, die unter dem furchteinflößenden Spitznamen „Flying Nightmares“ bekannt war. Es handelt sich um die weltweit letzte noch flugfähige Corsair, die tatsächlich an den Kampfhandlungen in Korea teilgenommen hat.
Nach dem Ende ihrer Dienstzeit in den USA wechselte die Maschine zur argentinischen Marine, bei der sie zwischen 1957 und 1964 im Einsatz stand. Nach einem Landeunfall verbrachte sie anschließend 25 Jahre als Ausstellungsstück in einem Marinemuseum in Buenos Aires. In den 1990er Jahren wurde sie nach Frankreich überführt, wo sie aufwendig restauriert und über viele Jahre zur Version F4U-7 in den Farben der französischen Marineflieger (Aéronavale) umgebaut wurde. In dieser Konfiguration war sie auf zahlreichen europäischen Airshows erfolgreich zu sehen.
Im Jahr 2009 wurde das Flugzeug von MaxAlpha Aviation erworben. Nach einer eingehenden Untersuchung seiner außergewöhnlichen Geschichte fiel eine grundsätzliche Entscheidung: Die renommierte Werkstatt MeierMotors versetzte die Corsair wieder in ihren ursprünglichen technischen Zustand der Version F4U-5NL zurück. Gleichzeitig erhielt die Maschine ihre originale dunkelblaue Kriegsbemalung aus der Zeit des Koreakrieges zurück.
Seit November 2023 gehört der Jagdflugzeugklassiker zur prestigeträchtigen Sammlung der deutschen Flying Legends GmbH und ist auf dem Flughafen Siegerland beheimatet. Von dort wird die Corsair nun erstmals in ihrer Geschichte direkt zum Flugtag nach Eger reisen.
Die Bezeichnung F4U-5NL verweist auf besondere technische Merkmale dieser Version. Der Buchstabe „N“ steht für einen Nachtjäger mit Radarausrüstung, während das „L“ auf die Winterausrüstung hinweist. Dazu gehören beispielsweise Gummi-Enteisungsleisten an den Flügel- und Leitwerksvorderkanten, die Einsätze unter den harten winterlichen Bedingungen über Korea ermöglichten.